Projekt: Frauen in Not

Aktion gegen Gewalt in der Familie

Das Frauen- und Kinderhaus Salzwedel besteht mittlerweile seit 15 Jahren. Es wird zu einem kleinen Teil durch öffentliche Mittel, größtenteils aber durch Spenden und vor allem ehrenamtliche Mitarbeit finanziert. Hierfinden körperlich und seelisch misshandelte oder bedrohte Frauen (mit oder ohne Kinder) Zuflucht. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses helfen den Frauen dabei, in Ruhe über ihre Situation nachdenken zu können und weitere Entscheidungen zu treffen. Die Kinder erfahren hier Geborgenheit und Sicherheit, die Frauen erhalten Unterstützung bei Behördengängen und – je nach Wunsch – bei der Rückkehr in ihr altes Leben oder beim Neubeginn.

Was viele nicht wissen: Das Frauenhaus bietet nicht nur eine Zufluchtstätte, sondern auch Beratung in schwierigen häuslichen Situationen und Krisen-intervention, damit es unter Umständen gar nicht erst zu einem Umzug kommen muss. Einen Ansprechpartner im Frauenhaus erreichen Sie jederzeit unter 03901/424859. Unter dieser Nummer können Sie auch einen Beratungstermin ausmachen.

Wer das Frauenhaus aktiv unterstützen möchte, sei es mit Geldspenden (beispielsweise für einen Kinderausflug) oder Sachspenden, erhält unter dieser Telefonnummer ebenfalls weitere Informationen.

 

Pressebericht aus der Altmark-Zeitung vom 13.05.2006
Mariengemeinde packt Starterpakete für Frauen- und Kinderhaus

Wer in das Frauen- und Kinderhaus flüchtet, handelt meistens spontan. An Kamm und Kaffee denkt dabei kaum einer. Bis auf die St. Mariengemeinde in Salzwedel. Dort werden Willkommenspakete mit den wichtigsten Utensilien für den Start in ein neues Leben gepackt.

Gewalt hat viele Gesichter: Geschlagen, gedemütigt, angebrüllt, bedroht werden... Oft hilft nur noch eines: weg von zu Hause. Dann tritt das Salzwedeler Frauen- und Kinderhaus auf den Plan. Es bietet Zuflucht für gewaltbetroffene Frauen und Kinder. Doch zumeist ist der Aufbruch überstürzt, werden nachts schnell ein paar Sachen zusammengepackt, ohne lange zu überlegen. An Zahnpasta oder Lebensmittel für die ersten Stunden denkt da kaum eine der betroffenen Frauen. Und im Etat des Frauen- und Kinderhauses stehen dafür keine Mittel zur Verfügung.
Hilfe kommt nun von der St. Mariengemeinde in Salzwedel.
Während eines Besuches ihrer niederländischen Partnergemeinde Dedemsvaart im Juni 2005 entstand die Idee, die Frauen und Kinder, welche in die Salzwedeler Zufluchtsstätte ziehen, mit einem Willkommenspaket zu überraschen. Kaffee, Tee, Zahnbürste, selbstgemachte Marmelade, Duschbad, Würstchen und Süßigkeiten für die Kinder – damit sind die ersten Stunden im neuen Lebensabschnitt gesichert.
"Das tröstet die Frauen sicher nicht in ihrer Situation. Aber es soll als nette Geste dienen", fasste Pfarrerin Cordelia Hoenen gestern zusammen. "Die Erstversorgung war immer ein Problem", bestätigte Frauenhaus-Mitarbeiterin Liane Wilke. Dank des neuen Projektes der Mariengemeinde werden nun die ersten Tränen getrocknet.