Nachruf für Pfarrer i.R. Joachim Hackbart

Am Dienstag, dem 20. April, nahmen wir Abschied von Joachim Hackbart, der am 11. April 2010 im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Auch aus Salzwedel und vor allem aus der Mariengemeinde waren viele nach Uelzen gekommen, um ihrer Trauer über den Tod von Pfarrer Hackbart und ihrem Mitgefühl mit der Familie, besonders mit Frau Hackbart, Ausdruck zu geben.

 

Als Pfarrer wirkte Joachim Hackbart in der Mariengemeinde als seiner letzten Pfarrstelle in den Jahren 1980 bis 1990. Pfarrer Hackbart gelang es, uns die Augen zu öffnen für die Marienkirche, für ihre Schönheit und Ausstrahlungskraft. So hat er beispielsweise mit einem Bibelwort aus dem 2.Korintherbrief (2.Kor.5,1) der Gemeinde die Innenraumgestaltung des Hohen Chores nahe gebracht. Biblisch-theologisch erläuterte er, so wurde es uns  berichtet, den Bibeltext vom irdischen Haus, das wie ein Zelt ist. So sind die anthrazitfarbenen Rippen des Gewölbes wie ein Zeltgestänge zu sehen. Und der helle, lichte Grundton ist ein Hinweis auf das ewige Haus Gottes im Himmel, das bereits jetzt hindurchscheint an diesen Ort.

Mit großem persönlichem Einsatz belebte Joachim Hackbart den Blick vieler Menschen für die Aufgaben in und um die Kirche und ging immer vornweg, packte selbst mit an - und auch seine Frau hatte alle Hände voll zu tun – um alle Vorhaben zu begleiten.

 

Wie wir ihn kannten und schätzten - mit Beharrlichkeit, dem Sinn fürs Detail und nach vorn gerichteten Blick - leitete er als Pfarrer im Ruhestand über Jahre den Förderkreis zur Erhaltung der St.Marienkirche e.V.. Die enge Abstimmung und gute Zusammenarbeit hat viele Früchte getragen, die wir in ihrer Gesamtheit hier nicht aufzählen können. Aber den Dank an ihn, den möchten wir hiermit im Namen der Kirchengemeinde noch einmal ganz ausdrücklich äußern. Nach dem Glockenneuguss der Schalomglocke 2003 ist das letzte ganz große Projekt die Orgelsanierung gewesen. Durch Pfarrer Hackbart bekamen wir ersten Kontakt zur ZEIT-Stiftung, die die Orgelsanierung maßgeblich förderte und der Förderverein ließ den Prospekt restaurieren. Vor drei Jahren konnten wir Ostern 2007 die Orgeleinweihung gemeinsam begehen.

 

Doch in allen äußeren Zierden und Kleinodien, die unsere Kirche bereit hält, hat Joachim Hackbart nicht vergessen, was Ziel und Sinn allen kirchlichen Tuns und aller kirchlichen Kunst ist. Als ich ihn in der Karwoche letztmalig besuchte, sangen wir, auf seinen Wunsch hin: „Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten.“ (EG 473)

Mit der 2. Strophe des Liedes mögen wir Fürbitte halten für unseren Pfarrer und Bruder Joachim Hackbart: „Es soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen.“ So bewahren wir ihn in unseren Herzen und befehlen ihn unserer himmlischen „Zier“ und unserem ewigen „Kleinod“ an, Jesus Christus.

Pfarrer Stephan Hoenen und Pfarrerin Cordelia Hoenen.